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Termin im Landwirtschaftsministerium: Pferdeverbände drängen bei Alois Rainer auf schnelle Entlastung bei der GOT
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Pferdesport Deutschland, Deutscher Galopp und der Hauptverband für Traberzucht e. V. (HVT) haben bei einem gemeinsamen Gespräch mit Bundesminister Alois Rainer ihre Forderung nach einer kurzfristigen Entlastung von Pferdehaltern, Züchtern und Betrieben bekräftigt. Die drei Verbände traten dabei geschlossen auf und machten deutlich, dass die Auswirkungen der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) die gesamte Pferdebranche zunehmend belasten.

Für Pferdesport Deutschland nahmen Prof. Dr. h.c. Martin H. Richenhagen (Präsident), Dr. Klaus Miesner (Vorstand Zucht) und Dr. Henrike Lagershausen (Teamleitung Veterinärmedizin und Tierschutz) an dem Gespräch teil. Auf Seiten des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) waren neben Bundesminister Alois Rainer auch Silvia Breher, Parlamentarische Staatssekretärin und Beauftragte der Bundesregierung für Tierschutz, sowie weitere leitende Mitarbeiter des Hauses vertreten.

Die Verbände schilderten in dem Austausch die aktuelle Situation in ihren Bereichen und verwiesen auf die deutlichen Rückgänge. Sowohl die Anzahl der Pferde als auch die der pferdesportlichen Veranstaltungen ist stark zurückgegangen. Ebenso die Zahl der registrierten Züchter und Bedeckungen. Die Rückmeldungen der Zuchtverbände aus der laufenden Zuchtsaison fallen deutlich dramatischer als bisher aus. Die Verbände sehen die teilweise extrem angestiegenen Tierarztkosten als wesentlichen Belastungsfaktor für Pferdehalter und Zuchtbetriebe an.




Sofortige Entlastung der Pferdehalter gefordert

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die gemeinsamen Forderungen der drei Verbände. „Es braucht eine sofortige Entlastungsmaßnahme der Pferdehalter, auch wenn die Evaluierung der GOT noch läuft“, forderte Dr. Klaus Miesner. Professor
Martin Richenhagen kritisierte erneut den laufenden Evaluierungsprozess und stellte auch die Abschaffung der GOT in den Raum. Gemeinsames Mindestziel der drei Pferdeverbände ist die Aufhebung der Verbindlichkeit der GOT 2022. Dies sei kurzfristig umzusetzen, sagte Richenhagen, um eine direkte Entlastung der Pferdehalter schnell zu erreichen. In einem gemeinsamen Schreiben an Bundeslandwirtschaftsminister Rainer hatten die drei Pferdeverbände bereits im April 2026 darauf hingewiesen, dass sich in anderen Branchen Modelle längst bewährt haben, die der Orientierung dienen, ohne dabei verbindlich zu wirken (u.a. bei Architekten, Ingenieuren und Steuerberatern).

Nachdrücklich haben die drei Verbände darauf hingewiesen, dass die laufende Evaluierung nach ihrer Auffassung nicht die Anforderungen an eine ergebnisoffene Überprüfung erfüllt. Denn: Eine wissenschaftlich belastbare Evaluation muss ergebnisoffen prüfen, ob die Ziele der GOT 2022 überhaupt erreicht wurden. In der jetzigen Evaluation fehlen die konkreten Auswirkungen auf Tierhalter und Tierwohl, die aktuell negative Entwicklung der Tierzahlen, die Entwicklung von Behandlungen und Euthanasien, die allgemeine Marktentwicklung sowie die Bedeutung von Arzneimittelumsätzen und Rabattstrukturen. Zu prüfen sind auch kartellrechtliche Fragestellungen aufgrund der zunehmenden Bildung großer Gruppen- bzw. Unternehmensverbünde von Tierarztpraxen und -kliniken.

Darüber hinaus fordern die Verbände:

· die Abschaffung der Hausbesuchsgebühr für Pferde sowie ein Bekenntnis zum Pferd als landwirtschaftliches Nutztier,
· eine transparente Begründungspflicht bei der Anwendung von Mehrfachsätzen,
· größere Gestaltungsspielräume bei der Rechnungsstellung, beispielsweise durch Pauschalen, Rabatte oder Paketpreise,
· sowie die gleichwertige Berücksichtigung der Perspektive der Tierhalter im Evaluationsprozess.

Erstmals vertraten Pferdesport Deutschland, Deutscher Galopp und HVT ihre Positionen zur GOT gemeinsam gegenüber dem Bundesminister. Die Verbände machten dabei deutlich, dass Pferdesport, Pferdezucht und Pferderennsport in dieser Frage mit einer Stimme sprechen. Trotz unterschiedlicher Aufgaben und Strukturen vertreten die Verbände gemeinsam die Interessen von Pferdesport, Pferdezucht und Pferderennsport in Deutschland. Ihr gemeinsames Ziel ist eine schnelle, tragfähige Lösung, die sowohl die Zukunft der Pferdehaltung und Pferdezucht als auch eine verlässliche tierärztliche Versorgung sichert.

Die Verbände sehen kurzfristigen Handlungsbedarf, um weitere Rückgänge in Pferdehaltung und Pferdezucht zu verhindern. „Tierärzteschaft und Pferdesektor sind aufeinander angewiesen. Unser Ziel ist eine schnelle Rückkehr zu einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit im Interesse aller Beteiligten, insbesondere aber der Pferde“, betonten Pferdesport Deutschland, Deutscher Galopp und HVT gemeinsam. Bundeslandwirtschaftsminister Rainer teilte gegenüber den Verbänden mit, dass zunächst die Ergebnisse aus der laufenden Evaluierung abgewartet werden müssen, bevor das BMLEH weitere Schritte in Angriff nehmen wird. Das Ministerium rechnet mit den Ergebnissen im Oktober 2026.






Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) schlägt ein neues Kapitel auf: Mit „Pferdesport Deutschland“ hat sie im Rahmen der spoga horse in Köln eine neue Initiative offiziell eingeführt. Logo und Leitidee wurden dort erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Pferdesport Deutschland ist dabei mehr als eine Marke – es ist ein gemeinsamer Aufbruch für den Pferdesport in Deutschland.

Mit Pferdesport Deutschland schafft die FN eine neue, verbindende Klammer für den gesamten Sport. Die Initiative steht für klare Werte: Pferdewohl, Wissen und Fairness. „Unser Ziel ist es, die ungebrochene Begeisterung für das Pferd in noch mehr Verantwortung münden zu lassen. Für eine partnerschaftliche Beziehung zwischen Pferd und Mensch. Für ein respektvolles Miteinander und fairen Sport. Für ein Leben mit Pferden“, sagte Dr. Dennis Peiler, Vorstandsvorsitzender der FN.

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Quelle Pferdesport Deutschland/sag



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